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Menschliche Begleitung durch psychologische Tele-Gespräche - der Weg von der ersten Terminvereinbarung bis hin zum erfolgreichen Abschluss der digitalen Nachsorge

mentalis bietet mit der digitalen Nachsorge für psychische Erkrankungen das fehlende Puzzlestück in der Versorgungslücke zwischen dem Ende eines (teil-)stationären Klinikaufenthaltes und dem Beginn einer Anschlussmaßnahme in der Regelversorgung. Doch wie sieht der Weg von der Einschreibung der Patient:innen in das Nachsorgeprogramm bis hin zum ersten Termin mit der:dem Tele-Coach:in aus? Wir werfen einen Blick darauf.

 

Abbildung 1: Die menschliche Begleitung durch einen persönlichen Ansprechpartner

 

Die Besonderheit an der digitalen Nachsorge von mentalis

Durch ein umfassendes Repertoire an digitalen Nachsorgeprogrammen ist es mentalis möglich, eine Vielzahl an psychischen Erkrankungen versorgen zu können. Darunter zählen die Krankheitsbilder Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit, Depression, Borderline-Erkrankung sowie die Essstörungen Anorexie und Bulimie. Darüber hinaus bietet mentalis ein digitales transdiagnostisches Nachsorgeprogramm an, welches dem Training emotionaler Kompetenzen dient. Es ist vor allem für Personen gedacht, bei welchen Defizite in der Emotionsregulation auslösende oder aufrechterhaltende Faktoren ihrer psychischen Erkrankung darstellen.

Abbildung 2: Übersicht über die digitalen Nachsorgeprogramme von mentalis

 

mentalis auf Station – schneller und unkomplizierter Einschreibeprozess

Patient:innen werden noch während ihres Aufenthaltes in psychiatrischen oder psychosomatischen Kliniken durch das Krankenhauspersonal in die mentalis Nachsorge eingesteuert. Diese qualifizierte Einsteuerung garantiert einerseits einen Sofortzugriff auf die passende Therapie-App aus dem mentalis Portfolio und gewährleistet Patient:innen gleichzeitig den unmittelbaren Zugang zu psychologischem Fachpersonal. Ein extra für die Einsteuerung vorgesehenes Web Portal bietet Klinikpersonal und Patient:innen die Möglichkeit, in einem hinterlegten Kalender einen kurzfristig verfügbaren Termin für das erste psychologische Tele-Gespräch auszuwählen. Auf diese Weise können die in der Klinik erzielten Behandlungserfolge nachhaltig sichergestellt werden – ohne lange Wartezeiten.

Abbildung 3: Die mentalis Nachsorge macht den Unterschied

 

Der Aufbau der psychologischen Tele-Gespräche – Von der ersten Terminvereinbarung bis hin zum erfolgreichen Abschluss der Nachsorge

Der:die ausgewählte Psycholog:in erhält direkt nach der Einschreibung eine Benachrichtigung per E-Mail, dass ein Erstgespräch vereinbart wurde. Im Web Portal können die Informationen zum:zur neuen Patient:in eingesehen werden, sobald diese:r den Datenschutzbestimmungen in der Therapie-App zugestimmt hat.

„Zur Vorbereitung auf das telefonische Erstgespräch helfen den Psycholog:innen die schriftlichen Informationen des Klinikpersonals.“

Dazu zählen die Auswahl des Störungsbildes sowie etwaige Informationen über die Patient:innen. Darüber hinaus überprüfen die Psycholog:innen, ob bereits mit der Therapie-App gearbeitet wurden ist, um von Anfang an Hilfestellung bei der Bearbeitung der Aufgaben leisten zu können.

Während der Einschreibung kann das Klinikpersonal Kompetenzen auswählen, die für die Patient:innen von elementarer Bedeutung in der Behandlung ihrer psychischen Erkrankungen sind. Diese werden mit Hilfe eines intelligenten Algorithmus im Therapieplan der Patient:innen berücksichtigt.

Im Erstgespräch findet die für die Nachsorge wichtige Rollenklärung statt. Bei mentalis handelt es sich nicht um eine Psychotherapie, welche durch ausgebildete Psychotherapeut:innen stattfindet, sondern um psychologisch betreute Tele-Gespräche. Bei den wöchentlichen psychologischen Tele-Gesprächen handelt es sich ausschließlich um eine beratende und unterstützende Funktion durch Psycholog:innen der mentalis. Der zeitliche Rahmen des Nachsorgeangebotes beläuft sich auf bis zu 12 wöchentliche psychologische Tele-Gespräche. Die Inhalte der Maßnahmen fokussieren sich vor allem auf die Stabilisierung der bereits erzielten Erfolge in der (teil-)stationären Behandlung und der Thematisierung der Arbeit mit der Therapie-App. Ebenfalls bestärken die Psycholog:innen die Patient:innen in ihrer eigenen Motivation, an ihrer mentalen Gesundheit zu arbeiten.

Sollten die Patient:innen anfangs noch Fragen zum Umgang mit der Therapie-App haben, erhalten sie in den psychologischen Tele-Gesprächen Unterstützung durch die Psycholog:innen. Im Erstgespräch wird zusätzlich thematisiert, ob die Patient:innen bereits einen Beginn ihrer Anschlussmaßnahme in der Regelversorgung in Aussicht gestellt bekommen haben. Sollte dies nicht der Fall sein, unterstützt mentalis die Patient:innen bei Bedarf bei der Suche nach einer passenden Maßnahme. Um eine Doppelversorgung zu vermeiden, enden die psychologischen Tele-Gespräche mit Beginn der Aufnahme einer Maßnahme aus der Regelversorgung; die Therapie-Apps können jedoch weiterhin inhaltlich zur weiteren Stabilisierung der erzielten Erfolge genutzt werden. Die Nachsorgeprogramme von mentalis stellen somit keine Konkurrenz zur Regelversorgung dar.

„Sobald der Übergang in die Regelversorgung gewährleistet ist, zieht sich mentalis aus der Versorgung zurück.“

Durch seine beratende und unterstützende Funktion in den wöchentlichen psychologischen Tele-Gesprächen, verfolgt mentalis vier Ziele in den psychologischen Tele-Gespräche:

Abbildung 4: Die vier großen Ziele der psychologischen Tele-Gespräche

 

Darüber hinaus stimmt der Algorithmus die Aufgaben der digitalen Nachsorgeprogramme individuell auf das Nutzerverhalten der Patient:innen ab. Der:die Psycholog:in kann im Web Portal einsehen, ob und welche Aufgaben in der Therapie-App bereits bearbeitet worden sind. Die Besprechung dieser Aufgaben ist sowohl für die Patient:innen als auch für die Psycholog:innen für den Verlauf des digitalen Nachsorgeprogramms sehr hilfreich. Dadurch entsteht ein direktes inhaltliches Feedback, das für die nachhaltige Nutzung der Nachsorgeprogramme motivieren kann. Sollten bei der Bearbeitung der Aufgaben in der Therapie-App Unklarheiten auftreten, können diese in den Tele-Gesprächen umgehend besprochen werden. Darüber hinaus bestärken die Psycholog:innen die Patient:innen darin, sich selbst zu motivieren, indem sie positive Worte an sich selbst richten und diese immer wieder verinnerlichen. Für die Psycholog:innen spielt dies bezüglich der inhaltlichen und zeitlichen Planung der Tele-Gespräche eine wesentliche Rolle. Zudem können Schwierigkeiten der Patient:innen frühzeitig erkannt und entgegen gewirkt werden. Bei „mentalis Appstinence“ für Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit liegt zusätzlich eine Besonderheit vor: In dieser Therapie-App können Patient:innen eintragen, seit wie vielen Tagen sie bereits abstinent sind. Weiterhin werden sie täglich zu ihrer Abstinenz und ihrem Suchtdruck befragt.

Abbildung 5: Abstinenz-Tracker in der mentalis Appstinence

 

Diese Angaben liegen den Psycholog:innen ebenfalls im Web Portal vor, und ermöglichen den Coaches im Tele-Gespräch auf die Hintergründe der Rückfälle näher einzugehen.

„Sollte eine konkrete Risikosituation aufgetreten sein, sind die Psycholog:innen darauf bedacht, die Gründe sowie Triggermomente des Patient:innen zu analysieren und sie weiterhin zu motivieren, an ihrer psychischen Gesundheit zu arbeiten. Oft werden an dieser Stelle gemeinsam Bewältigungsstrategien erarbeitet.“

Über den Abstinenz-Tracker der Therapie-App können die Patient:innen ihre Erfolge für sich selbst sichtbar machen, was eine zusätzliche Motivation für sie darstellt.

Nach dem Ende eines psychologischen Tele-Gesprächs dokumentiert der:die Psycholog:in die Inhalte im Web Portal. Die Termine der Folgegespräche erfolgen in individueller Absprache zwischen Patient:in und Psycholog:in. Um den Patienten:innen Struktur und Regelmäßigkeit zu gewährleisten, wird häufig der gleiche Tag und auch die gleiche Uhrzeit für die psychologischen Tele-Gespräche gewählt, sog. Regeltermine. Sollten Änderungen bzgl. der Terminvereinbarung auftreten, so kann sowohl der:die Psycholog:in als auch der:die Patient:in diese über die Chatfunktion in der Therapie-App kommunizieren. Der Chat ist sowohl im Web Portal als auch in der Therapie-App vorhanden. Je nach Bedarf sind auch bis zu zwei Termine in der Woche möglich. Von den 12 Gesprächen können bis zu zwei mit zeitlichem Abstand als sogenannte Booster-Sessions angeboten werden.

„Vor allem für Patient:innen, die noch keine Anschlussmaßnahme gefunden haben, ist die zeitliche Versetzung der psychologischen Tele-Gespräche von Vorteil, da hier eine weitergehende Stabilisierung der erarbeiteten Fortschritte gewährleistet werden kann.“

In diesen Gesprächen wird besprochen, was in der Zwischenzeit seit dem letzten psychologischen Tele-Gespräch passiert ist und man kann somit die Inhalte der vorherigen Gespräche Revue passieren lassen. Sollten die Anschlussmaßnahme der Patient:innen vor dem Ende des digitalen Nachsorgeprogrammes beginnen, können die letzten beiden bzw. das letzte Gespräch auch zeitlich vorgezogen werden, sodass für die Patient:innen kein Nachteil in der Behandlung entsteht.

 

Abbildung 6: Zitat eines betroffenen Patienten über die digitale Nachsorge von mentalis

 

Die positiven Rückmeldungen von Kliniken sowie die bereits erzielten Erfolge der digitalen Nachsorgeprogramme sprechen für den blended-care Ansatz von mentalis, der Therapie-Apps mit einer wöchentlichen persönlichen Beratung und Unterstützung durch Psycholog:innen kombiniert.

 

Dieser Blogartikel wurde verfasst von
Annkathrin Mohr